Handlung des Stücks


ERSTER TEIL

Moskau, UDSSR, 1929. Am einen ungewöhnlich heissen Frühlingstag erscheint auf dem Patriarchenteichboulevard ein Mann: angeblich ein Professor für schwarze Magie namens Voland. In Wirklichkeit ist es der Satan in Person.

Voland trifft auf den Vorsitzenden der Literatenassoziation MASSOLIT Michail Alexandrowitsch Berlioz und den Lyriker Iwan Nikolajewitsch Besdomny. Besomny hätte ein antireligiöses Poem verfassen sollen, doch Redakteur Berlioz ist gar nicht zufrieden: «Aus deinem Poem geht ja hervor, dass Jesus tatsächlich gelebt hat!» Voland erzählt den beiden, dass er damals beim Verhör mit Pontius Pilatus persönlich dabei war und er deshalb bezeugen kann: Jesus hat existiert. Das Gefasel eines Irren? Als Folge dieser Begegnung wird Berlioz von einen Strassenbahn enthauptet, Iwan Besdomny verliert den Verstand und landet in einer Klinik für Geisteskranke. 

Voland und sein Gefolge von Teufeln – Korowjew, Behemot (ein schwarzer Kater) und Asasello (dargestellt von den beiden Musikern) - quartieren sie sich in der Wohnung des verstorbenen Berlioz ein, nachdem sie seinen Mitbewohner Stjopa Lichodejew, Direktor des Varietétheater, kurzerhand ins 1270 Kilometer entfernte Jalta befördert haben. 

Die Teufel planen eine Vorstellung im Varieté, um sich die Moskauer einmal genauer anschauen zu können. Im Büro des Varieté-Theaters herrscht Verwirrung: Die Verträge sind unterschrieben, die Plakate gedruckt, aber niemand weiss Bescheid, niemand hat je etwas von diesem unbekannten Artisten Voland gehört. Und von Direktor Lichodejew fehlt jede Spur.

In der Zwischenzeit trifft der Lyriker Iwan Besdomny, in der Klinik für Geisteskranken auf den Titelheld unsere Geschichte: den Meister. Der Meister hat vor vielen Jahren einen für die Staatsmacht unbequemen Roman geschrieben, wurde daraufhin angefeindet und mundtot gemacht und verlor darob nicht nur die Besinnung, sondern auch seine Geliebte Margarita. Der Roman handelt von Pontius Pilatus. In der Klinik erzählt der Meister Iwan die Geschichte: Pilatus ist darin nicht mehr die Verkörperung des Bösen, sondern ein kluger, feiger, unsicherer Mensch, der die Kraft nicht hatte, sich zu widersetzen und Jesus zu befreien.

Der erste Teil endet schliesslich mit der Vorstellung in schwarzer Magie von Voland und seinem grotesken Gefolge. 


ZWEITER TEIL

Margarita Nikolajewna fristet ihr unglückliches Leben seit ihr Geliebter, der Meister, verschwunden ist. Ihre Verwunderung ist gross, als ein Unbekannter plötzlich einen Satz des unveröffentlichten Romans über Pilatus zitiert. Es ist Korowjew, die rechte Hand Volands. Er lädt Margarita ein, zu seinem Herrn zu kommen und verspricht ihr Informationen über den Meister. Margarita nimmt die Einladung an.

Voland gibt einen Ball, den traditionellen Frühlingsvollmondball. Die Bösewichte der Geschichte, tote Giftmischer und Mörder sind eingeladen. Voland braucht eine Ballkönigin: sie muss nach altem Brauch Margarita heissen und eine Einheimische sein. Margarita nimmt als Königin am Ball teil.

Die Belohnung Volands für ihre Dienste bleibt nicht aus: Der Meister und Margarita sind wieder vereint. Der Meister aber ist zerbrochen, hat seine Inspiration verloren. Wie können der Meister und Margarita so gemeinsam weiterleben? Es gibt kein Zurück zu den guten, glücklichen Zeiten.

Die Lösung Volands ist teuflisch, die Grenze zwischen Gut und Böse verwischt. Wie Goethe in seinem Faust sagte: Der Teufel ist «... ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft».

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